Erstes Spiel-Wochenende auf dem Parkett

5. April 2014 - Lesezeit: 3 Min

Eine gewisse Spannung liegt schon in der Luft, als ich nach monatelanger Gleisplanung am Computer zum ersten Mal die realen Gleiselemente zusammenstecke und einen Kurzgüterzug auf die Strecke schicke.

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Auspacken, ausbauen und losfahren – so einfach ist tatsächlich der Einstieg in das erste Spiel-Wochenende auf dem Parkett. – Bild: Guido Kruschke

SCARM und Computer bilden ein unbestechliches und vor allem ein auf den Millimeter genaues Team. Jede noch so kleine Abweichung wird sichtbar gemacht. In der ersten Ausbaustufe meiner Segmentanlage Oberland sind schon ein paar Gleisübergänge, wo es kritisch werden könnte. Eine maximale Abweichung von knapp drei Millimetern meldet SCARM auf dem digitalen Papier. Kann das in der Praxis funktionieren?

Plan und Wirklichkeit – kann das gutgehen?

Es kann. Schon beim Zusammenstecken der ersten Gleiselemente zeigt sich die erstaunliche Flexibilität des C-Gleises von Trix. In der Weichenverbindung im Bahnhof Weilheim fehlen laut Plan genau zwei Millimeter, im der Praxis paßt es. Die wenigen Zehntel zwischen den einzelnen Elementen scheinen tatsächlich geringe Abweichungen zu kompensieren.

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Die erste große Weichenkombination im linken Bahnhofsteil von Weilheim wird nach dem Gleisplanentwurf zusammengesteckt. – Bild: Guido Kruschke

Der Aufbau der Bahn auf dem Parkett ist Plug&Play im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gleiselemente werden nach dem ausgedruckten Gleisplan zusammengesteckt. Es empfiehlt sich, die Weichenverbindungen in einem Stück zusammenzusetzen und daran dann die geraden und gebogenen Gleise anzubauen. Beim späteren Abbau werden die Weichenverbindungen im übrigen nicht wieder zerlegt.

Erste Testfahrten mit der E 40

Nach gut einer Viertelstunde steht die erste Ausbaustufe der Segmentanlage Oberland auf dem Parkett. Und alles paßt zusammen. Das Anschließen der Digitalzentrale und die erste Inbetriebnahme geht rasch von der Hand. Alles in allem hat der gesamte Aufbau rund 30 Minuten gedauert, bis das erste Lokmodell aufgesetzt werden kann. Ein erste Testfahrt mit der Baureihe E 40 verläuft ohne Probleme.

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Mit der E 40 wird der Betrieb auf der ausgelegten Segmentanlage Oberland in der Ausbaustufe 01 eröffnet. Gesteuert wird die Anlage mit einem iPad über die Digitalzentrale z21 von Roco. – Bild: Guido Kruschke

Herzstück des digitalen Betriebs ist die Zentrale z21 aus dem Hause Roco. Gekoppelt ist die Zentrale per Ethernet-Kabel direkt mit einem einfachen WLAN-Router. Das Fahren und spätere Steuern erfolgt über iPhone und iPad, die mit der z21-App so zu zwei vollwertigen Handreglern mutieren.

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Die rot eingezeichneten Hauptbahnsteige bieten ausreichend Platz für einen Schnellzug mit vier unverkürzten 26,4 m Wagen und einem siebenteiligen TEE-Triebzug VT 11.5. – Bild: Guido Kruschke

Entscheidend für einen späteren Betrieb sind die Abmessungen der Hauptbahsteige. Sie müssen so dimensioniert sein, daß eine Schnellzug-Dampflok mit mindestens vier unverkürzten 26,4 m Schnellzugwagen Platz hat. Auch meine längsten Züge in Form des siebenteiligen TEE-Triebzugs der Baureihe VT 11.5 und der fünfteilige Henschel-Wegmann-Zug mit einer V 200 als Zuglok müssen einen Halt einlegen können, ohne daß die Reisenden beim Aussteigen ins Leere treten.

Beide Hauptbahnsteige bieten genügend Platz für lange Züge

Die Haltetests haben gezeigt, daß alles paßt. In der Höhe werden die Bahnsteige so angelegt, daß sie auch in den Weichenbögen liegen können, ohne daß die langen Schnellzugwagen anecken.

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Nun können auch schon die Positionen der Ausfahrsignale festgelegt werden – hier im linken Bahnhofsteil des Bahnhofs Weilheim. – Bild: Guido Kruschke

Anschließend steht erst einmal das Fahren und Spielen auf dem Programm. Zum Einsatz kommen neben den schon oben beschriebenen Garnituren auch Liliputs Karwendel-Expreß mit einer grünen E 44 von Roco zum Einsatz. Drei Züge sind ständig im Einsatz.

Bahn auf dem Parkett mit Variationen

Doch nun stößt die Ausbaustufe 01 schon an ihre betrieblichen Grenzen. Rangierarbeiten in Industrieanschlüsse oder der Betrieb in einem kleinen Bahnbetriebswerk sind leider noch nicht möglich. Der Wochenendbetrieb zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und sich Betriebe ansiedeln können, die auch von der Bahn bedient werden, ohne den Fahrbetrieb auf der Hauptstrecke zu stören.

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Das Steuerherz der Segmentanlage Oberland schlägt hier in Form der Digitalzentrale z21 von Roco und einem einfachen WLAN-Router. – Bild: Guido Kruschke

Ein echtes Handikap im Fahrbetrieb sind die Handweichen. Um die entsprechenden Fahrwege stellen zu können, muß man im wahrsten Sinne des Wortes von einer Weiche zur anderen rutschen, um sie zu stellen. Abhilfe ist aber erst dann in Sicht, wenn Viessmann die neuen Weichenantriebe mit Digitaldecoder (Art.-Nr. 4558) ausliefern wird. Dann werden sich die Weichen bequem über das iPad oder das iPhone stellen lassen.

 Link  Der aktuelle Gleisplan (SCARM-Format) für die Ausbaustufe 01a kann hier als .zip Datei heruntergeladen werden.

 Ausblick  Die Umsetzung der Ausbaustufe 02 kommt nach meiner Planung Anfang Mai 2014. Vorher muß ich mir noch viele Gedanken machen, wie ich einen interessanten Rangierbetrieb hinbekomme. Außerdem müssen unbedingt die angekündigten Viessmann-Weichenantriebe her.

 Ausblick  Im nächsten Beitrag stelle ich Form und Abmessung der zehn Segmentkästen vor. Vier Kästen werden 1400 x 600/800 mm groß sein, vier Kästen werden auf 800 x 600 mm kommen und zwei Kästen für die letzte Ausbaustufe werden auf 850 x400 mm geplant.

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