Gleisplanungsprogramm SCARM: Stillstand statt Meilenstein?

5. August 2017 - Lesezeit: 2 Min

Seit einigen Tagen gibt es das Gleisplanungsprogramm SCARM in der Version 1.0.0. Vollmundig kündigt der Entwickler eine neue Epoche seiner nun nicht mehr kostenlosen Software an. Ich bleibe bei einer früheren Version – und das hat Gründe.

SCARM Gleisplanungsprogramm

Die neue Version 1.0.0 des Gleisplanungsprogramms SCARM kostet nun Geld, bietet aber gegenüber der Beta nicht viel mehr. – Screenshot: SCARM

Diese Version beginnt eine neue Epoche in der Entwicklung von SCARM. Machen Sie sich bereit für viele neue Funktionen und Features, die mit den nächsten Updates und den zukünftigen SCARM-Erweiterungen kommen werden!

 

So beschreibt der Entwickler seine neue Version 1.0.0 in einem bekannten Modellbahnforum. Ich habe das als Herausforderung betrachtet, mir die Installationsdatei heruntergeladen und das Programm installiert. Schnell und unkompliziert, so wie früher.

Vor dem ersten Start spiele ich meine selbstkonfigurierte Gleisbibliothek in den „Lib“-Ordner, nun kann eigentlich die Planung für die nächste Oberlandbahn weitergehen. Mein letzter Plan wird auch geladen, die Restriktion von 100 Objekten in der Free-Version gilt wohl nicht. Die erste Enttäuschung folgt: Bisherige Gleisbibliotheken lassen sich nicht mehr einbinden. Einen Konverter suche ich vergebens.

Wo sind die SCARM-Meilensteine?

Im nächsten Schritt lasse ich meinen Plan also unbearbeitet und lege eine neue Anlage an. Mich interessieren jetzt die neuen Features, die ich, intuitiv arbeitend, nicht finde. Ein hilfesuchender Blick auf die Internetseiten des Entwicklers bringen mich nicht weiter, der Textmix aus Englisch und Deutsch bringt eher Verwirrung statt Aufklärung.

Wenig später breche ich meinen Planungsversuch ab, es bleibt ein recht hohes Maß an Frustration übrig. Und dafür soll ich nun knapp 40 US-Dollar auf den Tisch legen? Gut, aktuell gibt es die Lizenz zum Sonderpreis von 30 US-Dollar, den ich ebenfalls für überzogen halte. Einen Euro-Preis suche ich im Angebot übrigens vergebens.

Der Modell-Simulator ist ein Witz

Züge über die geplante Anlage fahren zu lassen, hat was. Im 3D-Look bekomme ich so schon eine sehr gute Vorstellung, wie meine Gleisplanung im Betrieb aussehen könnte. Doch der Zug bleibt schon vor winzigen Lücken im Gleis stehen. Dazu ist die Auswahl an rollendem Material im 30 US-Dollar teuren Zusatzprogramm mehr als dürftig.

SCARM Gleisplanungsprogramm

Was die „Meilenstein“-Verbesserungen und Features gegenüber der bisherigen Freeware beinhalten, lässt der Entwickler offen. – Screenshot: SCARM

Grundlegende Features fehlen immer noch

Die meisten Gleissysteme haben keine Gleisbettungen. Das ist SCARM in der 3D-Ansicht aber egal, eine Bettung wird trotzdem angezeigt. Das ist überflüssig. Schon in den Beta-Versionen konnte man diese Bettung nicht ausblenden oder verändern. Dieser Änderungswunsch wurde von mir mehrfach an den Entwickler herangetragen, eine Umsetzung erfolgte nicht.

Schwer wiegt aus meiner Sicht, dass sich die Gleisplanbibliotheken nicht mehr bearbeiten lassen. In den Betas konnte man seine Library per Texteditor bearbeiten und eigene Gleise oder von den Herstellern neu gelieferte Gleise einfach einbauen und probieren. Das geht nicht mehr, zumindest in der freien Version. Ob die kostenpflichtige Variante dieses Feature weiter zulässt, geht aus den Beschreibungen nicht hervor.

SCARM Gleisplanungsprogramm

Ein Mix aus Englisch und Deutsch rückt SCARM keineswegs in den Profibereich, grundlegende Dinge im Internethandel fehlen völlig. – Screenshot: SCARM

 Fazit  Knapp 40 US-Dollar für ein Gleisplanungsprogramm, welches gegenüber der bisherigen Freeware-Versionen nicht viel mehr bietet, sind aus meiner Sicht mehr als happig. Den Simulator, der noch einmal mit knapp 30 US-Dollar zu Buche schlägt, habe ich nicht berücksichtigt, weil ich ihn in der aktuellen Version für überflüssig halte.

Beta-Versionen, die weiter funktionieren

So bleibe ich bei der letzten Beta, die für meine Zwecke mehr als ausreichend ist. Doch der Entwickler hat dafür gesorgt, daß frühere Beta-Versionen nicht mehr funktionieren (Stand Ende August 2017). Doch es gibt noch Versionen, mit denen man nach wie vor arbeiten kann, ohne sich dem Zwangsupdate zu opfern.

Gleisplanungsprogramm SCARM: Stillstand statt Meilenstein?

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