Rangierdampfer: Baureihe 80 von Roco

23. Dezember 2015 - Lesezeit: 2 Min

Zugegeben, die Tenderdampflokomotive aus dem Hause Roco ist nicht mehr die Jüngste. Aber auch nach mehr als drei Jahrzehnten im Maßstab 1:87 macht die Baureihe 80 aus meiner Sicht noch eine wirklich gute Figur.

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Und nach wie vor macht der Dreikuppler eine gute Figur vor kurzen Güter- oder Personenzügen. – Bild: Guido Kruschke

Die wievielte Neuauflage nun auf die Modellbahngleise rollt, kann ich nicht sagen. Anfang Dezember lieferte die Modelleisenbahn GmbH eine weitere Variante an den Fachhandel aus. Dabei handelt es sich um die 80 039, die den lupenrein aufgedruckten Anschriften nach beim Bw Schweinfurt ihren Dienst versah. Zur guten Optik trägt auf jeden Fall das vollständige Gestänge bei.

Freistehende Leitungen sucht man am Modell vergebens. Generator und Speisepumpe am Kessel sind jedoch sehr plastisch nachgebildet. Die hinteren Aufstiegsleitern zum Kohlekasten sind angeformt. Das Lokgehäuse ist sauber lackiert. Auch die Farbtrennung zwischen schwarz und rot ist scharf, nur die obere Trittstufe könnte noch eine kleine Nachbehandlung vertragen.

Zwar verfügt die Baureihe 80 über ein 2-Spitzenlicht, welches aber ohne Funktion ist. Die Loklaternen sind nur mit weißer Farbe ausgedruckt. Die Standardkupplung läßt sich mit wenigen Handgriffe gegen die beigelegte Roco-Kurzkupplung tauschen.

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Die Abauteile sind nur angeformt, hinterlassen aber einen sehr plastischen Eindruck. – Bild: Guido Kruschke

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Auch in der Rückansicht macht der Rangierdampfer eine gute Figur. – Bild: Guido Kruschke

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Das Gestänge ist vollständig nachgebildet und vernickelt. – Bild: Guido Kruschke

Sehr ausgewogene Fahreigenschaften mit dem ESU-Lokpiloten

Der kleine Rangierdampfer verfügt über eine 8-polige Schnittstelle. Nach dem Abnehmen des Lokgehäuses habe ich einen LokPilot V4.0 DCC aus dem Hause ESU eingesetzt. Der Dekoder ließ sich flach einbauen und gestattet sogar noch einen weitgehenden Führerstandsdurchblick. Nach dem Programmieren ging die 80er auf die Teststrecke und hinterließ einen richtig guten Eindruck. Die Langsamfahreigenschaften sind für den Dreikuppler, der den Digitalstrom über alle Achsen aufnimmt, wirklich ausgezeichnet.

Auf meiner Parkettbahn werde ich die Tenderlok vorzugsweise vor meinem Reinigungszug einsetzen. Wenn es der Umlaufplan zuläßt, sind auch Personenzugleistungen vor dreiachsigen Umbauwagen oder den roten Donnerbüchsen denkbar. Ein Einsatz im Verschubdienst im Bahnhof Weilheim wäre vorstellbar, doch das erfordert ständiges An- und Abkuppeln der Garnituren per Hand.

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Klein, aber bullig – das ist der Eindruck von der Baureihe 80 in der Frontalansicht. – Bild: Guido Kruschke

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Die 80 039 ist lupenrein beschriftet und von den Anschriften her dem Bw Schweinfurt zugeteilt. – Bild: Guido Kruschke

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Trotz eingebautem Digitaldekoder bleibt der Blick durch den Führerstand weitgehend frei. – Bild: Guido Kruschke

Zweitleben als Werkslokomotive

Die Lokomotiven der Baureihe 80 waren Tender-Rangierlokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Die Maschinen wurden im Rahmen des Einheitsdampflokomotiven-Programmes in den Jahren 1927 bis 1929 beschafft. Die Dreikuppler wurden vorzugsweise im Verschubdienst auf großen Personenbahnhöfen eingesetzt. Bei der Bundesbahn wurden die Lokomotiven von Köln auch zu anderen Einsatzstellen umgesetzt. Die Maschinen wurden bis 1965 aus dem Bestand ausgemustert, als Werkslok kamen sie bis 1977 zum Einsatz. Sieben Exemplare sind erhalten.[1]

Baureihe 80 002

Konzipiert wurde die Baureihe 80 für den Rangierbetrieb auf großen Kopfbahnhöfen wie in Berlin und Leipzig. 80 002 (Hohenzollern, Baujahr 1928) macht sich im Bw Berlin-Anhalter Bf für den nächsten Einsatz bereit (1930). – Bild: Werner Hubert/Sammlung Deutsche Eisenbahnstiftung

[1] DB-Baureihe 80, Textbeitrag in Wikipedia

Rangierdampfer: Baureihe 80 von Roco

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