Rollenprüfstand von Brahmer-Modellbau im Einsatz

29. September 2015 - Lesezeit: 3 Min

Meine Loksammlung wächst und wächst und viele Modelle warten nun darauf, eingefahren, gewartet und digitalisiert zu werden. Für diese Arbeiten bietet sich ein mobiler Rollenprüfstand an.

Brahmer Rollenprüfstand

Eine Lokomotive wird mit ihren Achsen auf die Rollenböcke gestellt. Eigentlich bräuchte man für Brawas Baureihe 94 fünf Rollenböcke, doch auch mit der gelieferten Grundausstattung mit vier Rollenböcken läßt sich das Lokmodell einwandfrei fahren. – Bild: Guido Kruschke

Im Gegensatz zu einer stationären oder modular aufgebauten Modellbahnanlage lassen sich Lokmodelle auf einem Rollenprüfstand schnell testen. Der Rollenprüfstand wird zum Beispiel auf einem Schreibtisch aufgebaut und braucht nur wenig Platz. Dort können Arbeiten aller Art erledigt werden, wie zum Beispiel das langsame Einfahren von neuen Modellen oder das Programmieren von Decodern direkt in den Lokomotiven.

Auf der Suche nach einem handwerklich soliden Rollenprüfstand bin ich recht schnell bei Brahmer-Modellbau gelandet. Während meines kurzen Ausflugs in die Welt der Nenngröße 0 hatte ich bereits die Rollenböcke dieses Herstellers im Einsatz. Über eine Internet-Auktionsplattform fand ich nun das Pendant für H0.

Handwerklich solide im Aufbau

Gekauft habe ich den kompletten Rollenprüfstand mit zwei unterschiedlich langen Lagerböcken und vier Rollenböcken. Diese Ausrüstung sollte für den Einsatz der meisten Lokmodelle ausreichen. Die gesamte Ausstattung macht einen grundsoliden Eindruck: Rollen- und Lagerböcke bestehen aus sauber gefrästem Aluminium.

Eine Lokomotive wird mit ihren Achsen auf die Rollenböcke gestellt. Bei Dampfloks mit ihren Vorlauf- und Nachlaufachsen und angehängten Tendern kommen die Lagerböcke zum Einsatz. Die Rollenböcke sind, mit jeweils vier geschlossenen Kugellagern ausgestattet, nur knapp 15 Millimeter breit, was bei kurzen Achsabständen von Vorteil ist. Für den Betrieb werden nun die Lagerböcke und Rollenböcke mit ihren Führungskanten auf das C-Gleis von Trix gestellt und mit dem aufgesetzten Lokmodell ausgerichtet. Die Stromversorgung erfolgt über das Gleis.

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In meinen ersten Praxiseinsätzen des neuen Rollenprüfstands habe ich neue Dampflokmodelle eingefahren. Der Prüfstand mit Gleis- und Stromaschluß ist in wenigen Minuten aufgebaut, das Aufsetzen der Baureihe 94 von Brawa dann eine Sache von Sekunden. Und kaum liegt Spannung am Gleis an, beginnt der Motor seine Arbeit.

Flexibel im Einsatz

Beim Warten und Digitalisieren von manchen Roco-Schlepptenderloks wird man mit den vier gelieferten Rollenböcken nicht auskommen, da bei diesen Lokmodellen sowohl die Treibachsen, als auch die Tenderachsen angetrieben sind. Eine Erweiterung des Rollenprüfstands ist kein Problem, denn Brahmer-Modellbau liefert die Rollenböcke auch einzeln nach. Ob es die Lagerböcke auch einzeln gibt, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Der große Vorteil des Brahmer-Rollenprüfstands ist seine Flexibilität. Er läßt sich daheim auf jedes beliebige Gleis stellen, für den Einsatz bei Freunden oder auf Modellbahntagen paßt er bequem in einen kleinen Wagenkarton oder zur Not auch in die Jackentasche.

Brahmer Rollenprüfstand

Beim Warten und Digitalisieren von manchen Roco-Schlepptenderloks wird man mit den vier gelieferten Rollenböcken nicht auskommen, da bei diesen Lokmodellen sowohl die Treibachsen, als auch die Tenderachsen angetrieben sind. – Bild: Guido Kruschke

Perfekte Optik: Einbau in den Bahndamm

Möchte man es besonders ansprechend, kann man den Rollenprüfstand durchaus in einen Bahndamm einbauen. Für die Nenngrößen 0 und 1 liefert Brahmer-Modellbau solche Prüfstände schon fertig, in H0 ist Selbstbau angesagt. Der Bahndamm würde zum Beispiel aus einer Grundplatte, zwei seitlich zugeschnittenen Holzprofilen und mehreren Trassenplatten bestehen, auf die passend abgelängte Modellgleise befestigt werden.

Rollenprüfstand Brahmer-Modellbahn

Rollenprüfstand im Bahndamm in der Nenngröße 0 – fix und fertig von Brahmer-Modellbau gefertigt. – Bild: Brahmer-Modellbau

Für die Stromzuführung wählt man zwei Edelstahl- oder Aluprofile, dort werden später die einzelnen Rollenböcke aufgestellt. Bei der Auswahl des Modellgleises bietet sich das Profi-Gleis von Fleischmann an, welches bereits geschottert ist. Das erleichtert das Zuschneiden unterschiedlicher Trassenplatten.

Besonders edel wäre, wenn man den kompetten Rollenprüfstand mit den Lager- und Rollenböcken mittels LED-Lichtleisten von unten beleuchtet. Entsprechende Lichtleisten findet man in Internetshops, zum Beispiel bei Voelkner oder Amazon.

 Fazit  Nach den ersten Einsätzen kann ich dem Rollenprüfstand von Brahmer-Modellbau volle Alltagstauglichkeit bescheinigen. Der Prüfstand ist schnell aufgebaut, die Rollenböcke haben auf dem C-Gleis von Trix einwandfreien Kontakt und die Probanten lassen sich auch bis zur Höchstgeschwindigkeit sauber bewegen, ohne vom Prüfstand zu fallen.

Mit 89 Euro (Stand: September 2015) ist der Brahmer-Rollenprüfstand in der Grundausstattung mit zwei Lagerböcken und vier Rollenböcken kein Schnäppchen. Ein weiterer Rollenbock schlägt noch einmal mit knapp 17 Euro zu Buche. Doch die solide Qualität, sein robuster Aufbau und die Flexibiltät beim Einsatz rechtfertigen aus meiner Sicht diesen Preis. Für mich ist der Brahmer-Rollenprüfstand eine Empfehlung, wenn es um das Testen, Einfahren und Digitalisieren von Lokmodellen geht.

 Ausblick  Um die Grundausstattung zu erweitern, bietet Brahmer-Modellbau bislang nur einen Rollenbock an. Sinnvoll wären aus meiner Sicht noch ein Lagerbock für zwei Achsen (40 mm Länge) und ein Lagerbock für eine Achse (15 mm).

Rollenprüfstand von Brahmer-Modellbau im Einsatz

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