Wilzhofen bekommt Gewerbeanschluß und einen Tunnel

1. Mai 2014 - Lesezeit: 3 Min

Der Bahnhof Wilzhofen bekommt gewerblichen Zuwachs. Neben der kleinen Brauerei soll auch ein BayWa-Lagerhaus und eine Verladerampe ihren Platz finden. Dazu muß allerdings die Hauptstrecke in den Untergrund wandern.

Segmentanlage Oberland 59

Hier regiert der Rotstift. Die zweigleisige Hauptstrecke liegt im Süden immer im sichtbaren Bereich. Das hat mir einfach nicht gefallen. – Bild: Guido Kruschke

Grund für die Erweiterung in Wilzhofen mit gewerblichen Ansiedlungen war meine leichte Unzufriedenheit über die immer sichtbaren Zugfahrten über die zweigleisige Hauptstrecke im südlichen Segmentteil. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal die Idee, einen Teil der Strecke in den Untergrund zu legen – und genau diese Idee habe ich wieder aufgegriffen und ein wenig abgewandelt.

Gefällt mir nicht: Hauptstrecke liegt immer im sichtbaren Bereich

Unmittelbar hinter dem Bahnhof Weilheim führt die Hauptstrecke über eine Rampe auf die untere Ebene und verschwindet dann unterhalb des Bahnhofs Wilzhofen in einem Tunnel. Nach einer kurzen Dunkelfahrt erreicht die Strecke das Tageslicht und gelangt über eine weitere Rampe wieder auf das Niveau des Bahnhofsareals von Weilheim.

Segmentanlage Oberland 59

Über zwei Brücken müßten die Züge in diesem Entwurf fahren – allerdings mitten durch den begehbaren Bereich der Segmentanlage. Das dürfte den Spielbahnern einiges an Akrobatik abverlangen. – Bild: Guido Kruschke (zum Vergrößern klicken)

Im ersten Entwurf schwebte mir vor, die Fahrstrecke deutlich zu verlängern, indem die Hauptbahn nach der Tunneleinfahrt einen 90-Grad-Schwenk nach Norden vollzieht, dann über eine Brücke Richtung Norden zieht und dort in einer 180-Grad-Kurve und einer weiteren 90-Grad-Kurve wieder Richtung Ostrampe nach oben in den Bahnhof Weilheim gelangt.

Plan Nummer eins könnte in begehbare Akrobatik ausarten

Doch nach einer leicht schlaflosen Nacht reifte in mir die Erkenntnis, daß dieses Konstrukt in der späteren Umsetzungnicht nicht nur aufwändig sein wird, sondern auch die Begehbarkeit der gesamten Segmentanlage stark einschränkt. Und da der Aufbau der Segmentanlage im heimischen Wohnzimmer stattfindet, muß man über die Segmentkästen steigen, um in den Küchenbereich zu gelangen. Mit den beiden Brücken könnte das in unnötige Akrobatik ausarten. Auch meine bessere Hälfte sah das so.

Segmentanlage Oberland 60

Nunmehriger Favorit für die künftige Ausgestaltung der südlich gelegenen Hauptstrecke und des Bahnhofs Wilzhofen ist dieser Entwurf. Die grün hinterlegte Fläche zeigt die Änderungen. Im wesentlichen geht es um die Tieferlegung der Hauptstrecke und um neue Gewerbeansiedlungen im Bereich des Bahnhofs Weilheim. – Bild: Guido Kruschke (zum Vergrößern klicken)

Idee Nummer zwei läßt die Hauptstrecke jetzt einfach nur geradeaus im Tunnel verschwinden, um nach etwa 160 Zentimetern wieder aufzutauchen. Das tut der Gesamtoptik gut, denn auch bei langen Zügen hat man als Betrachter das Gefühl, daß sie quasi aus dem Nichts auftauchen. Die beiden Tunnelportale in Galerieoptik sind versetzt, was auch zur Auflockerung der Gesamtszenerie beiträgt.

Ein Tunnel schafft zusätzlichen Platz für Gewerbeansiedlungen

Diese Variante hat den Charme, daß der Bahnhof Wilzhofen durch den Tunnel dann um zusätzliche Betriebsgleise auf der oberen Ebene erweitert werden kann. Das wird garantiert den Spielspaß erhöhen. Nun können auch Güterzüge zum Einsatz kommen: Viehtransport, Rübenzüge, Kesselwagen – eben (fast) alles, was die abwechslungsreiche Epoche 3 zu bieten hat.

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Ein Landbahnhof aus dem Eisenbahn-Journal 4/2014 ist einer der Favoriten für die weitere Ausgestaltung des Bahnhofs Wilzhofen. – Bild: Guido Kruschke/EJ

Für die weitere Ausgestaltung des Bahnhofs Wilzhofen habe ich schon zwei Favoriten ausgemacht, die mir als planerische Vorlage dienen werden. Christian Danzinger stellte im Eisenbahn-Journal 4/2014 seinen kleinen Landbahnhof Ganzberg am Bäch vor, der nicht nur auf den zweiten Blick einen abwechslungsreichen Betrieb verspricht.

Ein paar Ausgaben zuvor bot Richard Köstler mit seinem Buchenhüll-Ensemble ein wahres Meisterstück modellbahnerischer Kunst. Beim Betrachten der Bilder beschleicht einen der Eindruck, hier hätte Meister Josef Brandl seine Hände im Spiel. Doch weit gefehlt. Richard schafft mit wachem Auge für das Vorbild und seinen modellbauerischen Qualitäten seine ganz eigene Welt im Maßstab 1:87. Unzählige Bilder findet man im Thread „Von Buchenhüll nach Mindelstein“ in Stummis Modellbahnforum.

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Das große BayWa-Lagerhaus dominiert den beschaulichen Bahnhof Buchenhüll – und so könnte mein Gewerbebereich im Bahnhof Wilzhofen auch mal ausschauen. – Bild: Richard Köstler

Von Richard stammt auch das BayWa-Lagerhaus im Bahnhof Buchenhüll. So in etwa stelle ich mir auch die Ausgestaltung meines südlichen Gewerbebereichs vor.

 Ausblick  Wie ich nun den Bahnhof Wilzhofen weiter augestalte, weiß ich noch nicht. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mir die eine oder andere Anregung aus meinen MIBA-Heften und den MIBA-Spezial holen. Richtig gut gefällt mir der Bahnhof Glanzberg am Bäch und seine Bahnanlagen aus dem Eisenbahn-Journal 4/2014.

Noch offen ist die Planung der Bahnsteige. Nach wie vor gefällt mir die Idee von Peter Müller, der in Stummis Modellbahnforum „Märklin/Trix C-Gleis-Bahnsteige zum Selberbauen“ beschreibt.

Wilzhofen bekommt Gewerbeanschluß und einen Tunnel

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