Parkettbahn-Kombi: Raisting mit Fleischmann und Trix aufgebaut

Schubi Parkettbahn Gleise sortieren
Schubi bereitet seine Fleischmann Profi-Gleis Weichen für den Betrieb auf Tutzings Parkettbahn vor. – Bild: Guido Kruschke

Gelungene Premiere auf Tutzings Parkettbahn. Schubi und ich haben Raisting an unserer Ammerseebahn mit den Gleisen von Fleischmann und Trix aufgebaut.

Schubi Parkettbahn Aufbau Fleischmann Profi-Gleis
Der Bahnhof im Süden von Raisting wird aus Fleischmann Profi-Gleisen zusammengebaut. – Bild: Guido Kruschke

Ob das funktioniert, wenn wir zwei unterschiedliche Gleissysteme auf Höhe Null zusammenbringen? Die Frage ist eher rhetorischer Natur, natürlich geht das gut. Kenner wissen zwar, dass nicht nur die Gleisbettungen grundverschieden gestaltet sind, sondern auch die Schienenprofile unterschiedliche Höhen aufweisen.

Parkettbahn mit Fleischmann und Trix? Geht!

Schubi und ich wollen es einfach wissen. Als Gleisplanvorlage haben wir den Bahnhof Raisting mit einem zweiten Bahnhof im Süden ausgewählt und mit dem Gleisplanungsprogramm SCARM entsprechend angepaßt. Von Vorteil ist, dass SCARM auch eine Teileliste anzeigt. So muss Schubi keine großen Kisten mit seinem umfangreichen Gleisvorrat schleppen, sondern lediglich die benötigten Gleise zusammenstellen und mitbringen.

Wer sind die Tutzinger?

Der Betrieb auf Höhe Null bei uns in Tutzing spielt sich im engsten Freundeskreis ab. Neben der besten Ehefrau Nicola sind mein langjähriger Freund Peter „Schubi“ Schubert und Paul Rogowski mit Sohn Julian engagierte Mitstreiter bei Planung, Bau und Betrieb.

Der erste Aufbau ist schnell erledigt. Wir beginnen im Süden, wo Schubi seinen Bahnhof mit dem Fleischmann Profi-Gleis zusammenbaut. Nach gut einer halben Stunde stellen wir fest, dass die harte Arbeit an der entstehenden Parkettbahn recht kräftezehrend ist. Ein Ausgleich in Form einer soliden bayerischen Brotzeit erscheint uns zwingend geboten.

Schubi Parkettbahn Weißwurstfrühstück
Was bei uns nie zu kurz kommt, ist eine angemessene Stärkung während einer Aufbaupause. – Bild: Guido Kruschke
Schubi Parkettbahn Weißwurst und Brezn
Eine landestypische Brotzeit mit Weißwurst, Brezn und Senf gehört einfach dazu. – Bild: Guido Kruschke

Parkettbahn mit fliegender Verkabelung im Süden

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Fleischmann Profi-Gleis und dem C-Gleis von Trix ist die Gleisbettung. So lassen sich beim C-Gleis die Weichenantriebe und Weichendecoder sehr einfach unter das Gleis verbauen, während sich beim Profi-Gleis nur die Weichenantriebe seitlich an die Weichen anstecken lassen. Für Weichendecoder ist da leider kein Platz.

Schubi Parkettbahn ESU Decoder
Die Weichenantriebe werden an einen ESU SwitchPilot angeschlossen. – Bild: Guido Kruschke

Um die Weichen digital betreiben zu können, setzt Schubi auf den SwitchPilot des Ulmer Herstellers ESU. Die Einrichtung des Vierfach-Decoders ist dank der ausführlichen Anleitung beinahe ein Kinderspiel. Dem ersten Decoder werden die Weichenadressen 1 bis 4 zugewiesen, der zweite Decoder schaltet Weichen über die Adressen 5

Schubi Parkettbahn ESU Decoder
Weiter geht das Verkabeln der Weichen im westlichen Bahnhofsteil. – Bild: Guido Kruschke

Nach der Einstellung der beiden SwitchPiloten werden die drei Kabel der Weichenantriebe an die jeweiligen Decoderausgänge angeschraubt. Der erste Test erfolgt über die Z21 App, auf der wir zuvor ein erstes Gleisbildstellpult eingerichtet haben. Ein wenig stolz ist Schubi schon, dass beim ersten Anlauf alles passt.

Wenn die Weichenstellung nicht mit dem Weichensymbol in der Z21 App übereinstimmt, kann man entweder die beiden Kabel am Decoderanschluß tauschen oder die Ausgänge im Weichensymbol in der App tauschen.

Schubi Parkettbahn ESU Decoder
Und so schaut die fliegende Verkabelung der Fleischmann Profi-Gleis Weichen auf Tutzings Parkettbahn aus. – Bild: Guido Kruschke

Nach Fertigstellung des Fleischmann Profi-Gleis Bahnhofs im Süden ziehen wir den Aufbau mit dem C-Gleis im Norden geschmeidig in einer guten Viertelstunde durch. Darin haben wir beide jahrelange Übung.

Um den Übergang vom 2,5 mm hohen Schienenprofil des Fleischmann Profi-Gleises auf das 2,1 mm hohe Schienenprofil des Trix C-Gleises herzustellen, bedienen wir uns spezieller Schienenverbinder. Dazu muss ein C-Gleis entsprechend der Anleitung umfunktioniert werden. Inzwischen gibt es bei Trix auch ein spezielles Übergangsgleis, wo die Schienenverbinder schon montiert sind.

Erste Testfahrt verläuft erfolgreich

Stehen die Gleisanlagen auf Tutzings Parkettbahn, darf Schubi die Roco 86 257 auf ihre erste Testfahrt schicken. Und was sollen wir sagen? Natürlich hat alles funktioniert. Anstandslos passiert die Dampflok den Übergang zwischen beiden Gleiswelten.

Schubi Parkettbahn Testfahrt BR 86
Testfahrt der Roco 86 257 über die Schnittstelle vom Trix C-Gleis zum Fleischmann Profi-Gleis. – Bild: Guido Kruschke

Was uns beiden sofort auffällt, ist die unterschiedliche Geräuschkulisse beim Befahren der unterschiedlichen Gleissysteme. Erschien mir in all den Jahren das Trix’sche C-Gleis schon recht leise, so ist das Profi-Gleis noch leiser. Das geht schon in Richtung Flüstergleis.

Schubi Parkettbahn Aufbau Raisting
Und so schaut der Bahnhof Raisting nach dem Aufbau aus. Links der Bereich mit dem Trix C-Gleis, rechts der Bereich mit dem Profi-Gleis von Fleischmann. – Bild: Guido Kruschke

Was nach der Abnahmefahrt folgt, hat bei uns schon jahrelange Tradition. Wir gleisen ein paar Züge auf und machen einfach nur Betrieb. Dieses Mal fahren wir nicht nach Fahrplan, sondern lassen den einen oder anderen Zug kreisen und schauen nur zu. Man soll gar nicht glauben, wie entspannend das sein kann.

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