Fahren ohne Unterbrechung: Roco 93.5 mit Pufferspeicher

Roco 93 682 vor einem Eilzug
Roco 93 682 vor einem Eilzug. Das Modell ist unser Umbaukandidat mit dem Ziel hervorragender Fahreigenschaften. – Bild: Guido Kruschke

Schön schaut sie aus, die Baureihe 93.5 von Roco. Doch die Fahreigenschaften sind nicht so optimal. Ein ESU LoPi 5 plus Pufferspeicher soll Abhilfe schaffen.

Roco 93 682 Kontaktstifte
Die Kontaktstifte sorgen nicht immer für eine kontinierliche Spannungszufuhr. – Bild: Guido Kruschke

Wenn sie einmal in Fahrt ist, dann fährt sie seidenweich. Dafür sorgt ein Fünfpoler, der über ein klein dimensioniertes Getriebe eine Treibachse antreibt. Die Stromabnahme erfolgt über beidseitig montierte Radschleifer und den Vorläufer. Zur Lokplatine im Kessel gelangt der Betriebssaft über sechs Kontaktstifte. Und hier beginnt wohl das Kontaktproblem.

Kontaktprobleme dank Kontaktstifte

Von “nicht optimalen Fahreigenschaften” zu sprechen, wäre allerdings ein wenig übertrieben. Doch ab und an kommt es zu kurzen Aussetzern, die sich gerade im Langsamfahrbereich nicht so gut machen. Um solche Lücken zu überbrücken, bietet sich der Einbau eines Pufferspeichers an.

Und genau aus dem Grund ist unsere 93 682 zur Komplettüberholung im Aw Tutzing. Im ersten Schritt wird das Modell fast komplett zerlegt. Eine Grundreinigung des Getriebes, der Radsätze und Lagerstellen und aller Kontaktstellen ist die Voraussetzung für den späteren Umbau.

Roco 93 682 Chassis
Vor dem Umbau wird die 93 682 fast komplett zerlegt. – Bild: Guido Kruschke
Roco 93 682 Chassis Abschmieren
Die Radsätze der 93 682 werden für das Abschmieren vorbereitet. – Bild: Guido Kruschke

Beim Zerlegen des Lokmodells mache ich Aufnahmen der einzelnen Demontageschritte. Das erleichtert die späteren Zusammenbau enorm. Denn nicht immer gibt die Betriebsanleitung oder das Ersatzteilblatt genaue Hinweise darauf, wie ein Teil nun wieder eingebaut wird. Und vor dem Ausbau des Motors wird seine Einbaulage mit einem wasserfesten Stift markiert.

Abschmieren in wohldosierter Form

Für das Abschmieren unserer 93 682 greifen wir auf die bewährten Teflonfette von GearFlon zurück. Das Getriebe bekommt eine wohldosierte Menge Hochleistungsfett, an die Lagerstellen der Radsätze tragen wir das Hochleistungsöl mit dem Pinsel auf.

Ein wenig Hochleistungsöl gebe ich auch an die Kuppelzapfen des Gestänges, wo sich die Treib- und Kuppelstangen drehen. Das mindert Reibung und Verschleiß. Und selbst die Kolbenstange vorne am Zylinder wird schmiertechnisch bedacht.

Roco 93 682Fett
Das Getriebe bekommt eine wohldosierte Portion GearFlon Getriebefett. – Bild: Guido Kruschke
Roco 93 682 Kontakte
Nach dem Abschmieren werden die Radkontaktblöcke eingesetzt. – Bild: Guido Kruschke

Die beiden Radkontaktblöcke werden vor dem Aufstecken auf das Chassis vorsichtig gereinigt. Dafür benutze ich ein mit Isopropanol benetztes Stück Toilettenpapier. Schmirgelpapier ist definitiv nicht empfehlenswert und auch nicht notwendig. Vor dem Aufstecken schaue ich, ob die Kontakte auch ordentlich gebogen sind.

Sind alle Reinigungs- und Abschmierarbeiten am Chassis erledigt, wird die Getriebeabdeckung aufgesetzt und mit ihren vier Schrauben verschraubt.

Roco 93 682 Kontaktstifte
Sind die Radsätze montiert und abgeschmiert, werden die sechs Kontaktstifte mit den Isolierbuchsen eingesetzt. – Bild: Guido Kruschke

Auch der Motor wird gereinigt

Die 93.5 hat bereits jede Menge Betriebsstunden auf der Uhr. Zeit also, auch den Motor zu reinigen. Nach dem Herausschrauben der Kohlebürsten zeigt sich jede Menge Kohleabrieb, der sich auch in den Rillen des Kommutators festsetzt hat. Mit Pinsel und Isoporpanol werden alle Motorteile gereingt. Nach dem Zusammenbau bekommen die Lagerstellen noch einen Hauch Öl.

Roco 93 682 Motor Kohlebürsten
Verdreckte Kohlebürsten sind oft ein Grund für schlechtes Fahrverhalten. Sie werden ausgebaut und gereinigt. – Bild: Guido Kruschke
Roco 93 682 Motorreinigung
Man glaubt nicht, wieviel Kohlestaub sich im Motor und den Kommutatorrillen ansammelt. – Bild: Guido Kruschke

Sind alle Teile gereinigt und abgeschmiert, geht es an den Zusammenbau des Modells. Die Platine wird aufgesteckt und der Motor eingesetzt. Mit der Hand drehe ich die Schwungmasse hin und her. So lässt sich feststellen, ob Antriebsschnecke und Getriebe leichtgängig funktionieren.

Roco 93 682 Platine
Platine und Motor sind eingebaut. Fehlt noch das Lokgewicht und der ESU LoPi 4. – Bild: Guido Kruschke

Nach dem Einbau des Lokgewichts und des ESU LoPi 4 darf das grundgereinigte und abgeschmierte Modell auf die Teststrecke. Die ersten Runden zeigen, dass sich die Komplettüberholung gelohnt hat. Sie läuft sehr ordentlich und ohne Unterbrechungen.

Roco 93 682 Testfahrt
Sind Lokgewicht und Decoder verbaut, kann die 93 682 auf ihre erste Testfahrt gehen. – Bild: Guido Kruschke

Achim Grob wird den Pufferspeicher einbauen

Der Pflicht wird nun die Kür in Form eines Pufferspeichers folgen. Dieser wird kleine Kontaktunterbrechungen kompensieren und dafür sorgen, dass unsere 93 682 über den gesamten Regelbereich sauber und geschmeidig fährt. Zudem haben wir beschlossen, dass der ESU LoPi 4 durch einen LoPi 5 ersetzt wird.

Der Einbau von Decoder und Pufferspeicher erfolgt durch Achim Grob von Z-Hightech. Wir schätzen seine jahrzehntelange Erfahrung und es ist nicht das erste Modell, was er für uns Tutzinger umbaut. Im September geht die 93 682 mit weiteren Umbaukandidaten auf die Reise nach Hambach.

Roco 93 682 Garten
Unsere 93 682 ist komplett gereinigt, abgeschmiert und getestet. Nun darf Achim Grob ran und den Pufferspeicher einbauen. – Bild: Guido Kruschke