Raisting auf Höhe Null: Ein solides Fundament für den Betrieb

Raisting mit Kraftomnibus
Ein Kraftomnibus wartet vor dem Bahnhof Raisting auf Fahrgäste. Zukünftig darf er seine Fahrt auf unseren neuen Segmenten antreten. – Bild: Guido Kruschke

Was verbindet Rom und Raisting? Beide sind nicht an einem Tag erbaut worden. Die sorgfältige Planung für ein solides Fundament unserer Ammerseebahn braucht Zeit, unsere Segmente sollen ja für die Ewigkeit sein.

Raisting Parkettbahn
Was haben wir auf Tutzings Parkett schon alles aufgebaut. Die Skizze zeigt den Entwurf einer dreigleisigen Hauptstrecke aus dem Jahr 2015. – Skizze: Guido Kruschke/SCARM

Eigentlich ist es eine ganz einfache Sache. Bei einer Parkettbahn werden Gleise und Weichen fliegend auf dem Parkett verlegt, bei Bedarf und den eigenen Ansprüchen an einen (Modellbahn)betrieb kommen noch Gebäude und weitere Ausstattung dazu.

So sind wir vor Jahren mit unserer Bodenturnerei gestartet. Bis heute haben weit mehr als hundert verschiedene Layouts jeglicher Größenordnung ihren Weg auf unser Parkett gefunden. Mitte 2019 keimt in uns Tutzingern der Wunsch, es kleiner anzugehen und primär einen annähernd vorbildgerechten Fahr- und Spielbetrieb hinzulegen.

Wer sind die Tutzinger?

Der Betrieb auf Höhe Null bei uns in Tutzing spielt sich im engsten Freundeskreis ab. Neben der besten Ehefrau Nicola sind mein langjähriger Freund Peter “Schubi” Schubert und Paul Rogowski mit Sohn Julian engagierte Mitstreiter bei Planung, Bau und Betrieb.

Annähernd vorbildgerecht bedeutet für uns, auch Gebäude, Bahnsteige, Bäume und Sträucher und weiteres Zubehör aufzustellen. Das erfordert am Ende des Tages ein fest-fliegender Aufbaumix mit einem Grundrahmen und einer Basis obendrauf.

Finnpappe als stabile Basis

Die Basis für Gleise, Weichen und Zubehör bilden drei Millimeter starke Finnpappen für alle Bahnhofsvarianten, die sich von den Abmessungen am größten Bahnhof des Jahres 1967 orientieren. Sie werden mit Neodym-Magneten auf einem 30 Millimeter hohen Grundrahmen aus zugeschnittenen MDF-Profilen befestigt. Die Grundrahmen selbst entsprechen keiner Norm, sondern sind komplett individuelle Segmente, die untereinander nicht austauschbar sind.

Raisting Finnpappe Segmente
Die Basis für Gleise, Weichen und Zubehör bilden drei Millimeter starke Finnpappen für alle Bahnhofsvarianten. – Bild: Guido Kruschke

Die Grundrahmen sind untereinander mit Metallstiften und Buchsen plus Neodym-Magneten unverrückbar und sicher miteinander verbunden. Da sich unser Betrieb immer auf dem Boden abspielen wird, brauchen die Grundrahmen nicht die Stabilität, wie sie beispielsweise bei aufgeständerten Modul- und Segmentkästen notwendig wäre.

Skizze Grundrahmen für Segmente Raisting
Ein Grundrahmen aus MDF-Profilen für viele Layouts mit einer Basis aus Finnpappe obendrauf, so stellen wir uns die Segmente für unseren Bahnhof Raisting vor. – Skizze: Guido Kruschke

Raisting wächst, der Grundrahmen bleibt

Die Gleise und Weichen aus dem Trix C-Gleissystem werden lose in ein ein Millimeter hohes Gleisbett verlegt. So kann im späteren Fahr- und Spielbetrieb nichts verrutschen. Für jede Bahnhofsvariante zwischen 1948 und 1967 wird es eine eigene Finnpappen-Basis geben, die sich nur in der Gestaltung der Gleisbettung unterscheidet.

Über eine im Grundrahmen verlegte Ringleitung wird der digitale Saft in Abständen von etwa 50 Zentimeter in die Gleise eingespeist. Im Untergrund lassen sich auch die Kabel für Rückmelder verlegen.

Raisting Trix C-Gleis Gleisbett
Die Idee ist nicht neu, die Gleise und Weichen aus dem Trix C-Gleissystem in ein Gleisbett zu legen und die Gleiszwischenräume landschaftlich zu gestalten. – Bild: Guido Kruschke

Mit der Umsetzung des historischen Rückblicks rund um den Bahnhof Raisting beginnen wir ab Herbst 2020. Die Abmessungen der Finnpappen liegen fest, sie können jetzt zugeschnitten werden. Wir starten mit dem ersten Layout, welches auf das Jahr 1948 zurückblickt.

Der Bau der Grundrahmen ist für 2021 angedacht.

Ein Blick in die Zukunft. 1957 fährt 64 134 mit ihrem Eilzug aus flammneuen Mitteleinstiegswagen in den Bahnhof Raisting ein. – Bild: Guido Kruschke