Vorbild Greding: Segmente für den Bahnhof Raisting

Raisting Gredl-Bahn handcolorierter Plan
Der im Gleisplanungsprogramm SCARM erstellte Bahnhof Raisting in handcolorierter Ausführung. – Skizze: SCARM, Guido Kruschke

Planungen für Segmente auf Tutzings Parkett gab es einige. Nur umsetzt haben wir sie nie. Jetzt hat Richard Köstler mit seinen Bahnhof Greding die Initialzündung gegeben.

Seine Anlage “Von Buchenhüll nach Mindelstein” zählt zu den Modellbahnanlagen der Extraklasse. Doch das hat dem engagierten Modellbahner nicht gereicht. Seit ein paar Jahren beschäftigt sich Richard mit dem Segmentbau und hat mit seiner Nachbildung des Bahnhofs Greding an der Gredl-Bahn wieder etwas Einzigartiges geschaffen.

Raisting Gredl Richard Planung
Erste Stellprobe des Bahnhofs Greding auf einem 1:1 Plan. – Bild: Richard Köstler

Da uns sein Bahnhofsplan und die gestalterische Umsetzung sehr gut gefällt, habe ich den Plan fast 1:1 adaptiert und am PC mit dem Gleisplanungsprogramm SCARM digital umgesetzt. Statt Richards zweiständigem Lokschuppen soll auf unseren Segmenten allerdings eine einständige Variante von Auhagen eingebaut werden. In der ersten Version sind Lokschuppen und Bekohlung noch schräg angeordnet.

Segmente werden schmaler oder doch nicht?

In der zweiten Planungsversion setze ich den einständigen Lokschuppen und die Kleinbekohlung parallel zum Streckengleis. Damit reduziert sich die Breite der Segmentkästen auf 50 Zentimeter. Zugleich rücke ich die gesamten Gleisanlagen noch zwei Zentimeter nach oben.

Doch der erste Probeaufbau zeigt, dass kein Platz für die Kleinbekohlung vorhanden ist. Also plane ich zurück und drehe den Lokschuppen mit Bekohlung wieder um 12 Grad nach oben. Damit wächst die Segmentbreite auf 55 Zentimeter.

Holzzuschnitte vom Profi

Beim Material der Segmentkästen fällt die Wahl auf Pappelsperrholz. Die Zuschnitte werden millimetergenau von Firstlaser aus Bardowick erstellt und geliefert.

Schubi Zuschnitte Segmente
Mein alter Freund Peter “Schubi” in seinem Element. Er wird die Segmentkästen bauen. – Bild: Guido Kruschke

Das Anpassen der zugeschnittenen Holzteile und den Bau der Segmentkästen übernimmt Schubi. Der passionierte Hobbyschreiner ist dafür bestens ausgerüstet.

Schubi SketchUp Planung
Die planerischen Arbeiten erledigt Schubi an seinem Rechner mit der Software SketchUp. – Bild: Peter Schubert
Raisting Gredl Holz
Die Skizze eines Segments mit den Holzzuschnitten. – Skizze: Guido Kruschke

Nach der Planung mit SCARM habe ich die Gleisanlagen probeweise aufgebaut. Mit einer Länge von 2,43 Metern und einer Breite von 55 Zentimetern passen sich die beiden Segmente optimal unseren räumlichen Gegebenheiten an.

Raisting Gredl Segmente Probeaufbau
Der erste Probeaufbau zeigt die Dimensionen der recht kompakten Gleisanlagen des künftigen Bahnhofs Raisting. – Bild: Guido Kruschke
Raisting Gredl 3D Plan SCARM
So schauen die beiden Segmente in der 3D-Ansicht aus. – Bild: SCARM/Guido Kruschke

Gleiswahl: Trix oder Roco?

Beim Gleismaterial greife ich auf das C-Gleis von Trix zurück. Die Gleise werden nicht fliegend auf den Segmentkästen verlegt, sondern fest verbaut.

Die Idee, die beiden Segmente mit dem Roco-Line Gleis zu bauen, haben Nicola und ich wieder verworfen. Unser Trix C-Gleis Bestand ist zu groß, als dass sich eine zusätzliche Investition in ein weiteres Gleissystem lohnen würde.

Beim Bau der Gleisanlagen muss das viel zu schmale Schotterbett des C-Gleises dem großen Vorbild angenähert werden. Die nicht stimmige Breite der Schwellen müssen wir in Kauf nehmen. Ich bin sicher, dass sich diese Unzulänglichkeiten mit Farbe und Nachschotterung weitgehend kaschieren lassen.

Motorisch gestellte Weichen und Rückmelder

Die neun Weichen auf beiden Segmenten werden mit dem Viessmann-Antrieb 4568 gestellt. Der Weichenantrieb ermöglicht eine vorbildgerecht langsame Bewegung der Weichenzungen. Zwei Antriebe liegen bereits hier, einen davon habe ich schon getestet.

Raisting Gredl Weiche Viessmann 4568
Alle neun Weichen werden vom digital-motorischen Weichenantrieb von Viessmann gestellt. – Bild: Guido Kruschke

Auch wenn die Gleisanlagen des Bahnhofs Raisting überschaubar sind, werde ich alle Gleise an ein Rückmeldemodul anschließen. Vor Jahren habe ich mir schon das Modul DR4088RB von Digikeijs für den R-Bus von Roco angeschafft. Es verfügt über 16 Rückmeldeeingänge. Damit lassen sich alle Gleisabschnitte anbinden.

Raisting Gredl Rückmeldung Digikeijs DR4988RB
Alle Gleise bekommen einen Anschluß für den Digikeijs-RückmeldemodulDR4088RB. – Bild: Guido Kruschke/Digikeijs

Unsere Ammerseebahn-Segmente

In diesem Beitrag beschreibe ich ausführlich die Planung und den Bau unserer beiden Segmente. Der Gleisplan steht und die Holzzuschnitte sind bestellt. Im September geht es mit dem Bau der Segmente in Schubis Werkstatt weiter.

Richard hat uns die Erlaubnis erteilt, Bilder von seinem Bahnhof Greding an der Gredl-Bahn hier aufnehmen zu dürfen. Sein Meisterwerk ist und bleibt für uns der Ansporn, mit unserem Bahnhof Raisting ein ebenbürtiges Werk zu bauen, welches auf jeden Fall seine Handschrift trägt.

Raisting Gredl Richard Bahnhof Greding
Das ist Modellbahn vom Feinsten! Blick auf Richards Bahnhof Greding Richtung Lokschuppen. – Bild: Richard Köstler

Update 6. September 2020: Die Segmentkästen sollen nicht mehr aus Holz, sondern komplett aus Finnpappe gebaut werden. Im Oktober wird ein Prototyp gebaut.

Update 19. September 2020: Zwei Segmentkästen aus Finnpappe sind im Bau. Beide werden die Größe von 120 x 50 cm haben. Auf den geplanten Rückmeldebaustein werden wir erst einmal verzichten, allerdings werden wir die Verkabelung einbauen.

Interessante Links

Wer sich mit dem Thema “Module und Segmente” intensiver beschäftigen möchte, der sollte unbedingt mal beim FREMO vorbeischauen.