Weiche 2 von Decoderwerk: Sauber gesteuert

Mit Weiche 2 stellt das Decoderwerk aus Wolfsburg einen Weichendecoder für das Märklin/Trix C-Gleis vor. Na schön. Gibt es doch alles schon.

Schon. Solche Einbaudecoder für eine Einzelweichen gibt es von Märklin, von Viessmann oder von Digital-Bahn. Jetzt eben auch von Decoderwerk. Und der kann was – und ist dazu auch preislich besonders attraktiv. Was er kann und ob er für den rauen Alltagsbetrieb taugt, habe ich hier zusammengetragen.

Das war Weiche 2 vor ein paar Wochen. Ein Prototyp...
Das war Weiche 2 vor ein paar Wochen. Ein Prototyp… – Bild: Guido Kruschke
Die neue Bauform des Weiche 2 Decoders paßt nun auch in die schlanken C-Gleis Weichen. Die ältere Bauform (unten) konnte in punkto Einbau noch nicht richtig punkten.
Die neue Bauform des Weiche 2 Decoders paßt nun auch in die schlanken C-Gleis Weichen. Die ältere Bauform (unten) konnte in punkto Einbau noch nicht richtig punkten. – Bild: Guido Kruschke

Die Antwort auf die Frage, was er kann, ist schnell beantwortet: Einen Weichenantrieb schalten und eine Weichenlaterne ansteuern.

Links oder rechts? Weiche 2 paßt in beide (schlanken) Weichen

Eine neue schanke C-Gleis Weiche von Trix und ein ebenso neuer Weichenantrieb von Märklin waren meine Probanden. Geliefert wird der Weiche 2 Decoder in einer anstistatischen Verpackung – sicher ist sicher. Berührungen mit den Händen machen dem Decoder aber nichts aus, er ist von Haus aus mit einer Schutzschicht versehen.

Die Kabel plus Stecker für den Weichenantrieb und die Spannungsversorgung bringt Weiche 2 bereits mit. Das zusätzlich mitgelieferte zweiadrige Kabel für den direkten Anschluß an die Weichenspannungsversorgung auf der Weichenplatine sollte man getrost vergessen. Die kleine weiße Buchse zerfällt schon beim bloßen Anblick in Schockstarre und dann ins Nirvana. Das dreiadrige Kabel wird an den Weichenantrieb gesteckt, die beiden Kabel für die Spannungsversorgung kommen an die beiden Kontaktfahnen an den Gleisenden. Hierzu muß vorher das blaue Kabel von der Weichenplatine umgelötet werden. Fertig.

Das zusätzlich mitgelieferte zweiadrige Kabel für den direkten Anschluß an die Weichenspannungsversorgung sollte man getrost vergessen.
Das zusätzlich mitgelieferte zweiadrige Kabel für den direkten Anschluß an die Weichenspannungsversorgung sollte man getrost vergessen. – Bild: Guido Kruschke

Auf dem Bild ist allerdings noch die Spannungsversorgung von der Weichenplatine angelötet – diese habe ich anschließend gegen die bereits von Haus aus angelöteten Kabel mit den Kabelschuhen getauscht.

Ruckzuck ist Weiche 2 programmiert

Ein kurzes Drücken des Programmierknopfs auf der Decoderplatine versetzt Weiche 2 in den Programmiermodus. Zunächst rührt sich gar nichts. Wird auf einer App oder in Rocrail eine Weiche ausgewählt und betätigt, so quittiert Weiche 2 diesen Befehl mit einem Umschalten. Nun wird die Weiche erneut ausgewählt, Weiche 2 schaltet brav um. Das war es auch schon – der Decoder kann nun wieder in die drei Abstandsstifte im Gleisbett gesteckt werden.

Über einen kleinen Druckknopf auf der Decoderplatine wird der Programmiervorgang eingeleitet. – Bild: Guido Kruschke

Natürlich kann Weiche 2 noch ein wenig mehr. Der Decoder läßt sich im PoM (Program-on-Main) Modus über verschiedene CV weiter anpassen. So können zum Beispiel über die CV 60 und 61 die Schaltzeiten festgelegt werden. Details dazu können bei Bedarf dem digitalen Handbuch auf der Webseite entnommen werden. Eine Weichenlaterne läßt sich ebenfalls anschließen und über CV konfigurieren.

Fazit: Mit Weiche 2 hat Decoderwerk aus Wolfsburg ein digitales Bauteil auf den Markt gebracht, welches grundsätzlich mal das tut, für das es erschaffen wurde, nämlich Weichen schalten. Eine grundsolide Verarbeitung, echtes Plug&Play und ein aus meiner Sicht unschlagbarer Preis könnte Weiche 2 für viele Digitalos zur ersten Wahl bei der Decoderwahl werden lassen.

Auf Tutzings Parkettbahn ist der Probant bereits im Einsatz!

Und so schaut aktuell die Bestückung einer schlanken Linksweiche von Trix aus.
Und so schaut aktuell die Bestückung einer schlanken Linksweiche von Trix aus. – Bild: Guido Kruschke

Im direkten Vergleich zum WeichEi ist der neue Decoderwerk in fast allen Punkten ebenbürtig. Ganz winziger Wermutstropfen beim Decoderwerk: Der Programmierknopf liegt unten, ist also nicht sichtbar. Man muß dann den Decoder anheben, umdrehen, den Programmierknopf drücken und dann wieder in die drei Abstandsnasen eindrücken. Da punktet der WeichEi vor allem bei Bodenbahnern, die ihre Weichen öfters umprogrammieren müssen/wollen. Aber andererseits: Wie oft programmiert man eine neue Adresse?